Die Emslandlager
Posted by admin | Posted in Allgemein | Posted on 08-05-2010
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Die Emslandlager sind eine Gruppe von Konzentrations-, Straf- und Kriegsgefangenenlagern im Landkreis Emsland und der Grafschaft Bentheim. Es gab insgesamt 15 an der Grenze zu den Niederlanden errichtete Gefangenenlager.
Sie dienten den Nationalsozialisten von 1933–1945 als Haftstätten mit wechselnden Funktionen und zentraler Verwaltung in Papenburg. Ihre Geschichte wird unter anderem durch eine Dauerausstellung im Dokumentations- und Informationszentrum (DIZ) Emslandlager in Papenburg dargestellt.
Die drei ersten Lager KZ Neusustrum, KZ Börgermoor und KZ Esterwegen wurden 1933 für politische „Schutzhäftlinge“ errichtet. Nach der Auflösung der ersten beiden Lager als KZ im April 1934 und des Lagers Esterwegen im August/September 1936 dienten sie und vier inzwischen neu errichtete Lager von 1934–1945 als Strafgefangenenlager der Reichsjustizverwaltung. In die sechs nördlich gelegenen Lager wurden von 1939 bis 1945 zunehmend mehr Wehrmachtsangehörige eingeliefert, die von Militärgerichten verurteilt worden waren.
In den neun südlichen im September 1939 vom Oberkommando der Wehrmacht als Kriegsgefangenenlager übernommenen Lagern wurden Angehörige verschiedener Nationen untergebracht. 1943/44 wurden in Esterwegen Widerstandskämpfer aus Frankreich, Belgien und den Niederlanden festgesetzt. Von 1944 bis 1945 waren die Emslandlager Dalum und Versen zusätzlich Außenlager des KZ Neuengamme.
Insgesamt wurden etwa 80.000 KZ-Häftlinge und Strafgefangene und zwischen 100.000 und 180.000 Kriegsgefangene in den Lagern inhaftiert.
Bis zu 30.000 Menschen, überwiegend sowjetische Kriegsgefangene, starben. Die Häftlinge mussten härteste Arbeit bei der Kultivierung der Moore leisten. Viele kamen dabei zu Tode.
Kurz vor der Befreiung wurden vom 12. bis 19. April 1945 im Lager Aschendorfermoor ungefähr 150 Häftlinge aus den Emslandlagern von einer Truppe um den selbsternannten Offizier Willi Herold erschossen.
Die Emslandlager wurden von britischen, kanadischen und polnischen Einheiten befreit. Die befreiten Lagerinsassen wurden zunächst in DP-Lagern untergebracht.
Zu diesem Zweck evakuierte die britische Militäradministration einige Weiler im Emsland und requirierte geeignete Gebäude. Im Januar 1946 existierten 15 DP-Lager für polnische Displaced Persons (DP) sowie ein Lager für solche aus dem Baltikum.
Die Lager wurden bis Juni 1947 durch die Hilfsorganisation UNRRA betreut und standen anschließend unter der Obhut der IRO. 1951 ging die Verantwortung der DP-Lager an eine deutsche Verwaltung über. Die verbliebenen DPs erhielten den Rechtsstatus Heimatlose Ausländer. Das DP-Lager Lingen wurde erst 1957 aufgelöst.
Im November 2004 wurde auf der Begräbnisstätte Bockhorst/Esterwegen (Friedhof für die in den nördlichen Emslandlagern Umgekommenen) ein Denkmal für die belgische Freimaurerloge Liberté chérie eingeweiht. Sie war die einzige Loge, die sich innerhalb eines Lagers gegründet hat.

